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„Das Blöde ist halt immer, dass man nix merkt. Also,
wenn man ganz ehrlich ist, merkt man eh was, aber man denkt sich: naja,
man kann ja nicht jeden Tag Rosen kaufen, wie am Anfang. Und dann schenkt
man Basilikum. Weil’s gut zu Mozarella passt.“
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Liebes Publikum!
Dies ist eine Protestnote, eine Depesche, ein Hilferuf.
Trotz meiner Bitte an die Veranstalter, eine Premiere meines neuen Programms
auf unbestimmte Zeit zu verschieben, um meine völlig unerwarteten
psychischen Probleme in Ruhe aufarbeiten zu können, zwingt man
mich zur Termineinhaltung.
Ich sehe aber keinen Sinn, einmal mehr über Politik zu faseln,
Lausbuben wie Bush, Strache oder Angela Merkel auch nur einen Bruchteil
meiner Zeit zu schenken, weil sie es nicht verdienen. Ich habe weder
die Lust noch die Fähigkeit, die Besucher meiner Vorstellungen
mit gesellschaftskritischem Zeitgeistgelaber zu belustigen, wenn es
mir selber schlecht geht. Ich will über die einzige Sache reden,
die mich wirklich interessiert, die mich Tag und Nacht in ihren Bann
zieht, weil sie schwerer zu begreifen ist, als das Verhältnis von
Socken zu Waschmaschinen - über MICH.
Ich möchte mit Euch, meinen einzigen Freunden, weinen und mich
bedauern lassen. Ich will meine gescheiterte Ehe beklagen, über
die heutige Begrifflichkeit von Liebe schimpfen und meine Panikattacken
mit Euch teilen. Trotz Allrad, Differenzialsperre und Seilwinde stecken
manche Menschen in Löchern.
In Psycholöchern.Und das ist eine verzwickte Sache, denn sie wissen,
dass sie da drin stecken – meistens zumindest – und ihre
linke Gehirnhälfte sagt: Raus!
Aber die rechte sagt: Nein, nein. Zuerst noch ein bisserl meditieren,
Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges verarbeiten und
Bachblüten inhalieren. Das braucht einfach Zeit und die musst du
dir geben.
Würde ich ja. Aber die anderen geben sie mir nicht.
Da also das neoliberale Beschleunigungsdenken nun auch auf die Kabarettindustrie
überzugreifen scheint, bleibt mir nichts anderes übrig, als
zu spielen. Unter Zwang, unter Bewachung. Die Wahl der Waffen liegt
allerdings bei mir. Kunst ist frei. Oder?
Regie: Petra Dobetsberger
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