Homunculus

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„Österreich-Festspiel“ beim 24. Homunculus-Festival

Das 24. Internationale Figurentheaterfestival „Homunculus“ (vom 7. bis 15. Mai 2015) besinnt sich heuer auf seine  österreichischen Wurzeln.

 

„Ein Heimspiel für die Österreicher“ nennt Intendant Pierre Schäfer (Theater Handgemenge, Berlin) das diesjährige Festival für „Puppen, Pointen und Poesie“, denn mehr als die Hälfte der Abende werden von österreichischen Produktionen bestritten.

 

Ein Jubiläum....

Der Österreich-Schwerpunkt wird u.a. dem Anlass „250 Jahre Hohenems bei Österreich“ geschuldet. Vor 250 Jahren, im Jahr 1765, erfolgte die Übernahme der Grafschaft Hohenems durch Österreich. Kurz zuvor war der letzte Graf von Hohenems verstorben und die Erblinie der Emser Grafen damit erloschen.

 

...und ein modernes Festival

Bei der erstmaligen Durchführung des „Anima-Festivals“ im Rahmen von Homunculus werden zwei Tage lang Arbeiten von österreichischen Amateurpuppenspielern gezeigt. Diesen Österreichschwerpunkt realisiert Homunculus gemeinsam mit dem Vorarlberger Landesverband für Amateurtheater. Neben Beiträgen aus Oberösterreich, Niederösterreich und Wien finden damit auch Stücke des Puppentheaters Hard („Willi will weg“) oder des Lustenauer Marionettentheaters („Rumpelstilzchen“) Einzug in die Programmkonzeption.

 

Dagmar Ullmann-Bautz (LVA) erläutert dazu: „ANIMA ist das von Eva Bodingbauer (Kirchdorf) 1986 ins Leben gerufene österreichische Amateurtheaterfestival des Puppenspiels. ANIMA wird biennal vom ÖBVtheater und einem vor Ort ausrichtenden Landesverband für Amateurtheater veranstaltet, heuer ist dies Vorarlberg. Das Puppen- und Figurentheater in Österreich besticht nicht durch Quantität, aber durch seine Qualität und seine Vielfalt. Handpuppen, Stab- und Tischfiguren, Marionetten, Schattenspiel, Material und Objekttheater begeistern kleine und große Zuschauerinnen und Zuschauer. Wir freuen uns dies im Rahmen von ,Homunculus’ zu präsentieren.“

 

Matinee und Café Lila

Beibehalten und zum festen Bestandteil des Programms wird die im vergangenen Jahr eingeführte Sonntags-Matinee. Einen vielseitigen & schrägen Soloabend mit viel Musik präsentiert der junge Künstler Julian Jarnoth Steinberg. Süße Früchte & Frauenpower aus der Schweiz bringen „Les Reines Prochaines“ in das heuer im „lila“ Erscheinungsbild gehaltene Festival. Im Löwen-Foyer wird während der Festivalwoche das „Café Lila“ eingerichtet. Auch für die Kinder wird es heuer erneut viele bezaubernde Abenteurer geben. Die Kleinen erleben ‚Janoschs Apfelmännchen’ und den ‚Fischer und seine Frau’. Aber auch ein ‚Wolfsspiel’ vom Teatrodistinto aus Italien wird sie in Spannung halten. Für die Größeren machen sich zwei durchgeknallte Wissenschaftler auf die ungewöhnlicher Entdeckungsreise zum Mittelpunkt der Erde.

 

Traurige Aktualität mit Zawrel

Mehr Aktualität als geplant erhält das Festival durch das vor kurzem verstorbene einstige Spiegelgrund-Opfer Friedrich Zawrel. Zawrel (85) trug als Zeitzeuge zur Aufarbeitung der Verbrechen in der einstigen Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof“ bei und enttarnte den NS-Arzt Heinrich Gross. Das Schuberttheater Wien brachte Zawrels Geschichte 2012 als Puppenspiel „F. Zawrel - Erbbiologisch und sozial minderwertig“ auf die Bühne und ist heuer bei „Homunculus“ zu Gast.

 

Neuerung beim Ems-Preis

Auch beim Ems-Preis gibt es Neues zu berichten. Der 2014 bereits zum siebten Mal vergebene Rudolf-von-Ems Preis wird in Zukunft alle zwei Jahre verliehen. "Das neue Intervall gibt einem größeren Kreis von Nachwuchspuppenspielern die Möglichkeit, mit ihren Abschlussarbeiten sorgfältig vorbereitet beim Wettbewerb um die beste Nachwuchstheaterproduktion mitzuwirken." Die Vergabe des nächsten „Rudolf-von-Ems-Preises“ findet daher beim 25. Festival im Jahr 2016 (28. April bis 7. Mai) statt.

Helden, Mythen und eine Nibelungenpremiere

Die 23. Auflage des Festivals für Puppen, Pointen und Poesie, „Homunculus“ findet vom 22. bis 30 Mai 2014 im und um den Emser Löwensaal statt und wird wieder märchen- und heldenhaft.

 

Zahlreiche Vorarlberg- und Österreichpremieren sowie eine Welturaufführung bereichern heuer das Vorarlberger Figurentheaterfestival „Homunculus“. Zum Auftakt des Kinderprogrammes am Freitag (23.5.) wird die "Mutige Prinzessin Glücklos“ nach einem alten sizilianischen Märchen gezeigt. Danach geht es weiter mit einem der berühmtesten Helden der deutschen Sagenwelt: Siegfried der Drachentöter und Protagonist des berühmtesten Heldenepos der mittelhochdeutschen Literatur spielt in der Nibelungenstadt Hohenems eine ganz besondere Rolle. Im historischen Ambiente des Palastes Hohenems – hier wurden einst die Nibelungenhandschriften A und C gefunden - findet eine Welturaufführung statt: Das Theater Triebwerk Berlin mit dem künstlerischen Leiter des Festivals vom Theater Handgemenge zeigt  mit „Looking for Brunhild“ (Fr. 23. 5. und Samstag, 24.5.) die Nibelungensage als Kammerspiel. Aus der Perspektive von Brunhild und ihren lückenhaften Erinnerungen ringen die Puppen um Wahrheit und Liebe, Treue und Verrat. Gefördert wurde die Produktion vom Bezirksamt Pankow, Berlin, der Impulse Privatstiftung, T-Werk Potsdam, Land Vorarlberg, Stadt Hohenems und vom Festival Homunculus selbst.

 

Möller-Lück spielt Schumann

Ein sonntägliches „Frühstücksmärchen“ des Materialtheaters Stuttgart lockt Familien zur Geschichte über den Kaffeekannenkönig und seine ferne Prinzessin in den Löwensaal – mit anschließendem Frühstücksbrunch im Foyer. Cordula Nossek sorgt am Montag (26. 5.) mit „Das Mädchen und der Mond“ in zwei Kindervorstellungen für eine Vorarlbergpremiere. Am selben Abend gibt es ein Wiedersehen mit Pavel Möller-Lück, dem ehemaligen Intendanten des Festivals und Regisseur des „Theater Laboratorium“. In „Ich will meine Seele tauchen“ wird das Schicksal von Clara und Robert Schumann als brillantes Puppenspiel über Romantik, Liebe und Seelentiefen angelegt. Das Kinderprogramm am Dienstag, 27.5. bestreitet Möller-Lück ebenfalls mit seiner Partnerin Barbara Schmitz-Lenders und dem beliebten Kinderstück „Die drei Käsehochs“.

 

 

 

 

Heldenhafte Schweizer

Abenteuer, Poesie, Fantasie und rührende, leise Töne wie lautes Lachen gleichermaßen kennzeichnen „Homunculus“. Weiter geht es heuer mit Heldengeschichten: Als Vorarlberg-Premiere zu sehen ist Christine Müller am Dienstagabend (27.5.) mit „Die Legende von Wilhelm Tell“ mit einer feinen Balance aus luftiger Heiterkeit und brutaler Grausamkeit. Die begnadete Schweizer Geschichtenerzählerin und Puppenspielerin Margrit Gysin bringt mit „Mein Vater“ eine Geschichte zur Heldenhaftigkeit am Mittwoch (28.5.) auf die Löwenbühne.

 

Die lange Nacht der Theatermacher

Puppentheaterfans kommen mit der langen Figurentheaternacht am 28. Mai auf ihre Kosten: Der siebte Rudolf-von-Ems-Preis wird auch heuer an herausragende junge Puppentheatermacher vergeben. Erneut wurden Puppenspielstudenten und Absolventen eingeladen und im Rahmen des Festivals ihre künstlerischen Arbeiten aufzuführen. Neben der Skulptur des „Rudolf von Ems“-Kleinkunstpreises erhält der Preisträger einen von der Stadt Hohenems gestifteten Geldpreis. Neu ist heuer, dass das Publikum neben der Fachjury erstmals einen Sonderpreis vergibt! Mit „Der Sturm“, „Anti_Korrosion“ und „Take more Risk“ werden drei Stücke präsentiert, erstmalig wird eine Inszenierung unter freiem Himmel gezeigt. Im Anschluss an die Preisverleihung in derselben Nacht sorgt „djane fräulein cicibe“ im Löwenfoyer für die musikalische Aftershowparty.

 

Ritter und andere wilde Kerle

„Ritter Rost“ von Jan Mixsa sorgt zu Christi Himmelfahrt für Heldentaten während das Kabarettprogramm am Abend von „Selfman“ Andreas Steppan bestritten wird. Er thematisiert „Schwerkraft, Linksfahrer und andere Ärgernisse“ – humoristische Nebenwirkungen sind dabei nicht auszuschließen. Den letzten Festivaltag bestreitet am Freitag, den 30. Mai das Marotte Figurentheater mit „Wo die wilden Kerle wohnen“ für Kinder ab 5 Jahren, während die Erwachsenen im Abendprogramm von denselben Protagonisten mit „Die Suche nach dem heiligen Gral“ in ein poetisch-freches Roadmovie frei nach Monty Pythons „Ritter der Kokosnuss“ verwickelt werden.