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2.900 Besucher bei H26

30. Mai 2017 /

Die anspruchs- wie humorvollen Produktionen der vergangenen Tage waren aus Besucherzuspruch und Reaktionen heraus höchst erfolgreich. Geschäftsführer Dieter Heidegger zog eine erfreuliche Bilanz: „2.900 Besuchern entsprachen einer Auslastung von 90 %.“ Uraufführungen wie Hamlet und weitere Highlights wie dem aus Packpapier gedrehten „Paperman“ (Schubertheater) oder die multimediale Collage „Plastic Heroes“ (Daniel Doron, Israel) drückten dem 26. Festival einen ganz eigenen Stempel auf.

 

Die Kreativität der unterschiedlichen RegisseurInnen sorgte für verblüffende Perspektivenwechsel. „Die Geschichte der Dirne Helene“ war nichts anderes, als die Rotkäppchengeschichte aus Sicht des Jägers erzählt. Daniel Wagner überzeugte damit sowohl im Kinder- wie im Erwachsenenprogramm. Die Premiere von „Der Fall Hamlet“ von Pierre Schäfer und Veronika Thieme zeigte völlig neue Facetten des Shakespeare-Dramas. Aus der Sicht zweier Totengräber wurde der Originaltext mit zeitgenössischer Sprache und der 400 Jahre alte Handlungsstrang mit der Tagespolitik - wie dem „Brexit“ - gekonnt verwoben. „England läuft ja nicht weg..., obwohl“ ist eines der Zitate, die das Publikum inmitten des blutrünstigen Dramas schmunzeln ließ. Zwei reale Darsteller und acht Puppen sorgten mit ihrem intensiven Spiel für Begeisterungsstürme an zwei ausverkauften Abenden. Als Draufgabe gab es für einen kleineren Publikumskreis Samstagnacht mit gruseligen Puppen eine geisterhafte „Palastrevolution“ in den Katakomben des Palastes. Der ehemals erste Intendant des Festivals, Christoph Bochdansky, inszenierte eine Seance mit Philosophie und viel schwarzem Humor.

 

Der Schlossplatz wurde Samstagvormittag von der Kompagnie „Bewegungsmelder“ bespielt. Besucher zogen ein Fragekärtchen und erzählten ihre Geschichte, welche Tänzerin Doro Dick in Bewegung umsetzte. Texterin Mirjam Steinbock verwandelte den gezeigten, individuellen Tanz im Anschluss wiederum in einen poetischen Text den jede/r einzelne mitnehmen konnte. Eine auf feinem Papier und wunderschöner Handschrift festgehaltene „Story to go“ die so gar nichts mir der Wegwerfmentalität der „to-go-Gesellschaft“ gemein hat. Viel mehr trugen die Gäste wunderbare Wortminiaturen nach Hause.

 

Weihnachten in Hohenems

Neben verschiedenen Kinderproduktionen ging es am Dienstagabend mit „Paperman“ (Schubertheater Wien) weiter. Am vergangenen Mittwoch wurde in Hohenems „Christmas“ gefeiert – „Olaf der Elch“, der Kleine Lord und ein After Christmas-Clubbing sorgten für etwas andere Weihnachtsgeschichten. Mit „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ wurde ein Klassiker für die Kleinen gezeigt. Den letzten Tag des 26. „Homunculus“-Festivals bestritten die Exen mit „Nils Holgersson und die Wildgänse“ sowie die neue Intendantin ab 2018, Susi Claus. Sie war gemeinsam mit Lutz Großmann in „Grete L. und ihr K.“ zu sehen. Anschließed fand im Löwen-Foyer nach 10 Jahren Intendanz die „Staffelübergabe“ von Pierre Schäfer an Susi Claus statt. Daniel Benzer and the Brols Tone Band umrahmten die Party musikalisch. Die Mitglieder des Vereins „Homunculus“ wünschen Pierre ein wehmütiges „Pfüate“ und begrüßen die neue Intendantin mit einem herzlichen „Willkommen“.

Homunculus kündet mit künstlerischer Intervention vom Festivalstart

Zukunftsbäume irritierten Passanten

12. Mai 2017 /

Vom 18. bis 26. Mai findet in Hohenems das 26. internationale Figurentheaterfestival Homunculus im und um den Löwensaal statt. Weiß markierte Bäume sorgen im Stadtzentrum für Irritation.

 

Heuer zeigt sich das Festival in einem schwarz-weißen Erscheinungsbild. Die Vereinsmitglieder färbelten im Stadtzentrum mehrere Baumstämme mit einem weißen Streifen. Dieser weiße Streifen zeugt nicht von einer etwaigen Fällung – ganz im Gegenteil wird in der Forst- und Baumpflege damit ein sogenannter „Z-Baum“ markiert. Dies ist ein Zukunftsbaum, der unbedingt gefördert und gepflegt werden sollte. Der verwendete Anstrich ist keine herkömmliche Farbe, sondern ein Kalkgemisch, dass speziell für den Schutz der (Jung)Bäume Verwendung findet. „Homunculus“-Geschäftsführer Dieter Heidegger: „Das Leben ist nicht nur schwarz/weiß und die Bäume im Stadtzentrum sind die grüne Seele und zugleich Bindeglied der Stadt zum Schlossberg.“ 


 

Kunstaktionen zum Festival 

Kunstaktionen im öffentlichen Raum haben bei Homunculus bereits Tradition. 2016 stand ein Schubert-Karussell am Schlossplatz, 2015 hingen Lila-Regenschirme in den Bäumen, 2014 standen rote Fahrräder im Stadtzentrum, 2013 prangten blau-gelbe Bodengraffiti, 2012 schimmerten grüne Gebäude in der Nacht, 2011 standen 100 orange Stühle im Zentrum. Ein weiteres Kunstprojekt im Rahmen von Homunculus ist „Story to go“, bei dem Text und Tanz für den öffentlichen Raum und gibt Menschen die Möglichkeit, etwas aus ihrem Leben zu erzählen. Die Tanzkompanie bewegungsmelder hört den Erzählenden aufmerksam zu und verwandelt das Gehörte und subjektiv Wahrgenommene unmittelbar in Tanz und Text. So entsteht eine mit Poesie und Bewegung angereicherte Geschichte - die ganz persönliche story to go mit Tänzerin Doro Dick und Texterin Mirjam Steinbock

 

Inspirierendes Kinderprogramm

Das vielseitige Kinderprogramm besteht aus Daniel Wagners Rotkäppchen, der Österreich-Premiere von Anna Rampes „Dornröschen“ oder „Die Prinzessin kommt um 4“ (Theater Kunstdünger). Vor dem traditionellen Familiensonntagsbrunch zeigt das Theater Handgemenge „Königs Weltreise“ und am 24. Mai feiert man in Hohenems Weihnachten mit “Olaf, der Elch“ (Theater Zitadelle) und lässt zu Christi Himmelfahrt „Jim Knopf und Lukas den Lokomotivführer“ im Löwensaal dampfen. „Nils Holgersson und die Wildgänse ist eine weitere Österreichpremiere, die bei „Homunculus“ gezeigt wird.

 

Zwei Uraufführungen bei Homunculus

Das Duo Veronika Thieme und Pierre Schäfer sorgt mit „Amleth“, einer der ältesten Hamlet-Geschichten (um 1200) von Saxo Grammaticus, für eine ganz besondere Version des Stoffes. „Amleth“ (Welturaufführung am Samstag, den 20. Mai) wird als dänischer Clown und Trickser der solcherart am intriganten Hof überlebt, präsentiert. Die zweite Uraufführung stammt von Christoph Bochdansky, bei der er Nachts (Samstag, 20. Mai, 22 Uhr) in den Katakomben des Palastes Hohenems eine Seance inszeniert. Bei dieser „Palastrevolution“ philosophieren verschiedene Geister und Dämonen über Sinn und Unsinn des Menschen, schwarzer Humor ist garantiert.

 

Mit Ariel Dorons „Plastic Heroes“ wird am Feiertag (25.5.) eine weitere Österreichpremiere gezeigt, die künftige Intendantin Susi Claus ist in einer Vorarlbergpremiere am Freitag, 26. Mai in dem Stück „ClausKnechtGrossmann - Grete L. und ihr K.“ zu sehen. Das gesamte Programm sowie der Kartenvorverkauf auf www.homunculus.info

 

 

Susi Claus folgt 2018 auf Pierre Schäfer

29. Nov 2016 /

Das 26. Festival ist zugleich das letzte, das Pierre Schäfer als künstlerischen Leiter verantwortet. Nach einem knappen Jahrzehnt legt der seit 2008 bestellte Intendant die Leitung des Festivals in neue Hände: Ab 2018 folgt ihm Susanne Claus als erste weibliche „Homunculus-Festival“-Intendantin nach. Pierre Schäfer: „Nach 10 Jahren ist es eine gute Zeit, an jemanden anderen zu übergeben.“ Pierre Schäfer wird, ähnlich wie sein Vorgänger Pavel Möller-Lück, mit verschiedenen Produktionen und je nach Terminplan auch nach 2018 weiterhin bei „Homunculus“ zu Gast sein.

Persönlichkeit und Repertoire überzeugten

„Homunculus“-Geschäftsführer Dieter Heidegger: „Das breite Repertoire von Susi Claus hat mich ebenso überzeugt wie ihre Empfehlung durch Pierre Schäfer, die er bereits vor Jahren abgegeben hat.“ Susi Claus arbeitet bereits seit zwei Saisonen bei Homunculus sowohl als Assistentin und als auch als Puppenspielerin - „Janoschs Apfelmännchen“ und „Der Froschkönig“ mit. Auch Präsident Günter Bucher bestätigt: „Als Regisseurin wie Puppenspielerin hat Susi Claus hervorragende Referenzen. Und vor allem: Sie kennt uns und wie wir ticken. Wir freuen uns, dass wir uns aus mehreren kompetenten Vorschlägen erstmals für eine Frau entschieden haben.“

Über Susanne Claus:

Die neue Intendantin ab 2018, Susanne Claus, Jg. 1975, absolvierte zwischen 2001 und 2005 ihr Studium an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch", Abteilung Puppenspielkunst, Berlin. Der anschließenden Festanstellung am Puppentheater Dresden folgten zahlreiche Tätigkeiten als Puppenspielerin und Regisseurin, Coach an diversen Theatern und in Fernsehproduktionen. Des weiteren arbeitet Susi Claus in freien eigenen Konstellationen/ Produktionen und tourt damit auf nationalen und internationalen Festivals.

Nach der Geburt ihres Kindes 2011 ging es mit zahlreichen Regie- und Puppenspielarbeiten weiter. 2012 spielte Susanne Claus in „Der Mädchen aus der Feenwelt oder der Bauer als Millionär “ (Ferdinand Raimund); einer Co-Produktion der Salzburger Festspiele/ Thalias Kompagnons mit der Tafelhalle Nürnberg. In den vergangenen Jahren produzierte sie künstlerische Arbeiten, so u.a. das Musikvideo „Einfach ist gar nichts“ der Berliner Band „Prag“. Susi Claus ist Mitbegründerin des „PuppenPool“ - Netzwerk für professionelle Puppenspielkunst. Der Zusammenschluss freischaffender, professioneller Puppenspielerinnen besteht aus verschiedenen Spielerinnen mit mehr als 20 Inszenierungen, Straßentheater und Walkacts.

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